Das Leben ist ein Ponyhof

Man muss nur manchmal Scheiße schippen

Randnotizen

Der Angreifende offenbart oft sehr viel mehr Schwächen als der, den er angreift …

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Neugierig?

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Vom Leben und Arschlöchern …

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Mama – 1941

Gestern war der Geburtstag meiner Mutter. Hatte es mir schlimmer vorgestellt, aber erstaunlicherweise ging es sogar sehr gut. Abends dieser Moment als ich mich fragte warum es so hatte kommen müssen. Eine Frage auf die ich keine Antwort finden werde. Gerechtigkeit ist etwas was man selber schaffen muss. Ich rede nicht von Recht! Bevor mir hier irgendein Schlumpf Selbstjustiz vorwerfen will. Nein. Ich meine Gerechtigkeit: Fair bleiben im Leben, andere nicht hintergehen und anlügen, aufrecht zu seiner Meinung stehen, auch wenn diese einmal kritisch sein mag, und dennoch bereit bleiben auch mal etwas zu überdenken.

Oder anders gesagt: Kein Arschloch sein!

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Aus den Dingen Leben lernen…

wohnung-renovieren

Langsam wird es! Trotz Allem, und für das Leben …

Ich bin ja, als im Dezember 2013 der zweite Infarkt, und im April 2014 die Bypass OP erfolgte, mit Schulden aus meiner Selbstständigkeit herausgefallen. Und weil ich damals den Kopf doch recht voll hatte, entstand eben die Geschichte mit Schufa und co. Anfang 2016 wollte ich mich erneut selbstständig machen – mit gemischten Gefühlen, aber ich bin eben kein Mensch der gerne auf seinem Hintern sitzen bleibt. Konzept stand, und es hätte mir vermutlich auch Spaß gemacht. Kleine Kurse in freier Natur. Ist, oder war, ein Hobby dem ich sehr gerne nachging. Auch wenn der ruinierte Brustkorb eigentlich dagegen sprach.

Die Seite – www.outdoor-bushcraft.de – stand bereits, und die Erfahrung würde auch gereicht haben, aber als das mit meiner Mutter am 15. März anfing, hatte ich keine Zeit mehr. Und auch nicht mehr den Nerv dafür. Am sechsten April lag ich dann mit meinem vierten Herzinfarkt auf der Intensivstation. Das Trauerspiel mit meiner Mutter und den Krankenhäusern ist nochmal ein separates Kapitel, aber dass werde ich auch noch aufgreifen, wenn ich etwas mehr Distanz zu dem Ganzen habe. Aber darum soll es jetzt auch nicht gehen.

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Drohende Obdachlosigkeit – Nimmt der Schrecken gar kein Ende??

Zwei Monatsmieten offen, die Zustimmung vom Amt dass diese die Mietkosten übernehmen werden. Wenn ich nachweisen kann dass ich in der Wohnung meiner Mutter als Mieter eingetragen bin. Gerade noch mit der LEG gesprochen, und so wie es aussieht, dürfte es fraglich sein dass ich als Mieter mit aufgenommen werde, da ich vor ungefähr einem Jahr eine Eidesstattliche Versicherung unterschrieben habe. Unterschreibt man die nicht, und kann nicht zahlen, droht Gefängnis, unterschreibt man sie, ist man kein Mensch mehr. Und mit Hartz IV, einer Arbeitsunfähigkeit und negativer Schufa eine Wohnung finden? Unmöglich.

Tja, am 10. habe ich meine Mutter begraben. 15 Tage vor ihrem 76sten Geburtstag. Und jetzt bin ich von Obdachlosigkeit bedroht. Ich werde versuchen es auf die rechtliche Tour zu regeln. Der Mietvertrag ist Teil des Erbes, und ich werde kämpfen. Ich muss kämpfen, denn wenn ich mit meiner Erkrankung auf der Straße lande, käme dies einem Todesurteil gleich.

Und wenn das Recht mich nicht schützt, dann muss ich es selber tun! Es geht um mein Leben, und das ist nicht verhandelbar!

Statt einer Anzeige … wir sehen uns wieder!

aufwiedersehen-mama

Am 31.07.2016 um siebzehn Uhr und vierundvierzig Minuten ist meine Mutter an den Folgen des Lungenkrebses in meinen Armen gestorben. Ich konnte nicht viel mehr machen als ihr zum Ende zur Seite zu stehen, ihre Hand zu halten und ihr zu sagen dass sie alles richtig gemacht habe, und sie sich für nichts entschuldigen brauche. Und dem ist auch so. Egal welche Meinungsverschiedenheiten wir hatten, sie stand immer zu mir, war mir immer ein guter Freund, Ratgeber und nicht zuletzt auch der Mensch der mich lehrte die Welt mit Neugierde zu betrachten und die Dinge zu hinterfragen.

Ich weiß noch nicht wann das Begräbnis sein wird, aber es wird ein einsames sein. Außer mir ist da niemand mehr, und die alten Weggefährten die von ihr lernten und profitierten, für die du immer Entschuldigungen fandest und für deren Fehler du teils auch miteingestanden hast um andere zu schützen, und die sich dann nie wieder meldeten, denen sei gesagt, ich brauche euren Trost nicht. Ich weiß dass meine Mutter stets bei mir sein wird und wir uns eines Tages wiedersehen werden. Und ich freue mich bereits auf diesen Tag. Ihr werdet nicht dabei sein.

Der Bestatter empfahl mir einen Redner zu bestellen, oder einen Organisten. Mir erscheint der Gedanke seltsam dass ich am Sarg meiner Mutter stehen werde, und ein Fremder mir etwas über sie erzählen soll, oder irgendwer den ich nicht kenne auf einer Orgel klimpern würde. Es wird ein Abschied in Stille sein, aber mit Herz. Als sie ihre letzten Atemzüge tat, spürte ich wie ihre Tränen mir über die Wange liefen, und ich weiß nicht was ich hätte besser machen sollen, oder können. Nun, jetzt kann ich es nicht mehr ändern.

Aber mir ist in diesem Moment klar geworden wie belanglos so viele Dinge waren die ich tat, sagte oder dachte – wie absurd es ist mit dem Menschen Streit zu haben der einen niemals verraten würde und der der Einzige ist dessen Liebe einem immer sicher ist! Mir ist klar geworden wie irrsinnig der Versuch ist die Zeit seines Lebens damit zu verschwenden nach Geld und Ruhm zu streben, wenn das wirklich Wichtige mit nichts zu bezahlen ist und irgendwann das Verstreichen dieses Wichtigstem überhaupt zu dem größten Schmerz führt den es geben kann: Die gemeinsame Zeit, sie ist zu sehr begrenzt.

Nach sechzig Jahren der Arbeit wird sie nun in ein „pflegeleichtes“ Grab beigelegt. Eine Betongrube die nur einen kleinen Stein bekommt, und welche die „Verwesung“ beschleunigen soll. Kein richtiges Erdgrab, kein Ort auf welchem man wirklich Blumen aufstellen darf. Früher nannte man so etwas Armengrab, heute wird es beschönigt, aber es gibt da nichts zu beschönigen. Ich tröste mich mit dem Gedanken dass es nur ein Körper ist, und dass, was meine Mutter ausmachte dort nicht ruht- hätte ich diesen Trost nicht, ich könnte nicht ruhig schlafen.

Bevor am nächsten Tag der Bestatter kam öffnete ich ihr noch einmal die Augen. Wollte ihr noch einmal in die Augen sehen und es überraschte mich. Trotz der Tränen, trotz dieses letzten schweren Atemzugs und des sicherlich nicht einfachen letzten Herzschlags lag in ihrem Blick ein Glück wie ich es in viele Jahren nicht gesehen habe. Ich hoffe inständig dass es daher rührt dass sie etwas sah und erlebte was wunderbar und gut war, denn etwas anderes hätte sie nicht verdient! Aber ich bin mir sicher sie wird mich irgendwann auch empfangen, und dann werde auch ich diesen Blick haben.

Bis dahin machs Gut Mama! Ich werde versuchen alles zu tun damit du stolz auf mich sein kannst …

Sonja Henriette Jäckels
25. August 1940 – 31.07.2016

Und auch mal was Positives!

DSCF0042So, genug davon – es gibt trotzdem auch Positives zu berichten. Ich werde die Wohnung übernehmen können. Ich muss mich als Mitmieter eintragen lassen, was eine reine Formsache ist. Werde also nicht obdachlos werden, auch wenn mir der Arsch eine Zeit lang gehörig auf Grundeis gegangen ist. Nebenbei macht auch die Renovierung Fortschritte. Weiß Gott, nicht so schnell wie ich es gerne hätte – aber Stückchenweise geht es voran.

Die Küche ist soweit fertig, im Wohnzimmer habe ich die Medienwand aus den alten Teilen der Einrichtung neu zusammenzimmern, und mit meinen Pappmachee-Natursteinen verfeinern können. Daneben habe ich eine alte LED Leiste gefunden, die ich früher in einem Studio als Lichtelement eingebaut hatte. Diese sorgt jetzt für einen Teil der Lichtatmosphäre. Ebenfalls fertig ist mein neuer Schreibtisch, und jetzt wo ich weiß dass ich die Wohnung halten kann, habe ich auch wieder mehr Mut weiter zu machen.

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Momente …

Meine Mutter ist ja jetzt seit ca. drei Wochen in einem Hospiz. Kein Vergleich mit den Zuständen im Krankenhaus. Dort roch es immer nach Fäkalien und kaum jemand hatte die Zeit sich wirklich um sie zu kümmern und sie war weit davon entfernt glücklich zu sein. Jetzt im Hospiz? Sie ist definitiv glücklicher dort. Wird gut behandelt und gepflegt, keiner sagt ein böses Wort zu ihr – und dennoch: Jedesmal wenn ich dort bin setze ich eine Maske auf. Lache, mache Späßchen, tröste sie – wenn es denn nötig ist – und doch sehe ich dass sie mit jedem Tag mehr abbaut.

Früher hatte sie gerne gestrickt. Sie war richtig produktiv was das anging. Und jetzt? Jetzt kommt sie damit nicht mehr zurecht. Sie hat vergessen wie es geht. Wenn ihre zitternden Hände überhaupt zulassen dass sie stricken kann. Dadurch dass sie sich nicht mehr wirklich bewegen kann, hat ihre Muskulatur stark nachelassen. Wo früher die Haut über den Körper gespannt war, flattert sie heute wie an einem Knochgeripp … und der Einzige der sie besuchen geht, das bin ich.

Wollte ihr letztes Jahr einen Ausflug auf einem dieser Rheindampfer schenken. Hatte sie abgelehnt. Die Arbeit ging vor. Ich wünschte wir hätten es gemacht. Ich wünschte im Moment bei so vielem ich hätte es gemacht, oder auch nicht gemacht.

Was auch immer ihr tut – in eurem eigenen Interesse, seid euch bewusst dass ihr irgendwann den Wert eines jeden Momentes schmerzlich spüren könnt. Seid bei denen die ihr liebt, und die euch lieben. Etwas Wertvolleres gibt es nicht!

Täglich grüßt …

politik-weltgeschehenIch lese Zeitung. Ja, ich gestehe – ich mag die alten Medien. Ich mag handgeschriebene Briefe, oder solche die auf einer Schreibmaschine getippt werden. Simple fetzen Papier die man leicht unter einer Parkbank platzieren, oder in irgendeinen Mülleimer stecken kann. Fällt ja nicht auf wenn jemand im Müll wühlt. Müssen ja immer mehr Menschen machen. Telefonisch bin ich schwer zu erreichen. Ich mag die Dinger nicht besonders. Ebenso wie das Internet. Man gibt einfach zu viel preis von sich. Nicht dass ich viel zu verbergen hätte – mein Alltag ist langweilig. Du kennst mich vielleicht. Möglicherweise nur vom Sehen her. Vielleicht aber auch nicht. Bin eher der Durchschnittstyp. Falle nicht auf. Warum auch?

Habe jetzt gelesen dass das Militär die Polizei im Land unterstützen soll weil die Polizei mit ihren Aufgaben nicht mehr nachkommt. Ein Treppenwitz, wenn man überlegt wie stark die Polizei bespart wird, und wie schnell Richter wirklich gefährliche Typen wieder laufen lassen. Ist nicht so dass sie nicht urteilen könnten. Zuletzt hat man einen Rentner eingesperrt, weil er Probleme mit dem biometrischen Lichtbild hatte und der Ausweis zu teuer war. Ja geht doch. Richter können hart durchgreifen, und wenn Mörder und Vergewaltiger auf der Straße rumlaufen? Tja, das ist doch dass Problem der Polizei. Die sind schuld.

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